Mittwoch, 10. Dezember 2008

Counting the Days

Ich zähle die Tage, und zwar gleich im doppelten Sinne.

Erstens sind am Freitag und Samstag meine Prüfungen und ich bin dankbar, wenn es endlich vorbei ist, sonst fällt mir hier irgendwann die Decke auf den Kopf.

Ist ja nicht so, dass mir ohne Lernstress gerade langweilig wäre, immerhin haben die Planer der Uni gerade in die Klausurenphase die ganzen coolen Events gelegt. Ich habe versucht, so viel wie möglich davon mitzunehmen und war unter anderem beim "Service of Lessons and Carols", einem sehr musikalischen Weihnachtsgottesdienst, bei dem sich wieder bestätigte, dass gute Kirchenmusik auch in den USA ihren Ursprung meist in Deutschland hat. Außerdem hatte ich die im Nachhinein zweifelhafte Ehre, im Mory's, einem traditionsreichen Privatclub für Yalies, zu frühstücken. Gleich am Eingang wird man mit Exklusivität (Members only) begrüßt und darf sich richtig wichtig fühlen. Dieses Gefühl wird noch verstärkt durch die Fotos ehemaliger Mitglieder (unter anderem George Bush) und die bei entsprechendem Hunger winzig erscheinenden Portionen. Ein im wahrsten Sinne des Wortes einmaliges Erlebnis. Da lobe ich mir doch die kostenlosen Empfänge in der Graduate School, morgen um 4:30 pm steh ich dort wieder auf der Matte!

Zweitens zähle ich natürlich auch die Tage bis Weihnachten, ich freue mich schon sehr auf zu Hause, auf einfach mal nichts tun und auf das gute Essen. Außerdem ist es entspannt, nicht mehr dauernd von jemandem gefragt zu werden, wie es einem geht, obwohl die Antwort so ziemlich keinen interessiert. Der gemeine Deutsche denkt ja, auf das "How are you?" als Anrede höflich antworten zu müssen, aber wenn er sich kurz umdreht, ist der Gegenüber schon "ein paar Fuß" (noch so was, an das ich mich nie gewöhnen werde) weiter ...

2 Kommentare:

dkaestle hat gesagt…

In England reicht's immerhin meistens zu
"How are you?"
-"Not too bad. How are you?"
"I'm all right".
...

Benjamin Friedrich hat gesagt…

Stimmt schon, ganz so schlecht darf ich die Amis ja auch nicht reden. Hab ein bisschen übertrieben, indem ich den von dir beschriebenen Typus unterschlagen habe ;-)
Ein Freund von mir, der den Süden des Landes bereist hat, schwärmt von der Höflichkeit der Menschen im Umgang miteinander, es geht also auch anders!