Dienstag, 21. Oktober 2008

Joe Sixpack

Heute hab ich Joe Sixpack getroffen, den US-amerikanischen Otto Normalverbraucher. Er hat mir die Haare geschnitten und sich dabei köstlich über das amerikanische Gesundheitssystem aufgeregt.

Ersteres war bitter nötig, weil meine Mähne nach monatelangem Wildwuchs langsam schwer zu bändigen war. Zweiteres war für Joe definitiv auch bitter nötig, denn der arme Mann schaut bei seinen monatlichen Ausgaben für die Krankenversicherung neidisch nach Europa, wo es den Leuten einfach besser geht und seiner Meinung nach deshalb keiner in Aktien anlegt, weil die Leute ja im Alter durch den Staat schon ausgesorgt haben. "Ein bisschen Sozialismus kann nicht schaden," hat er gesagt und ist damit im Moment kein Einzelfall. Wäre doch interessant zu wissen, was John Q. Public, Mr. and Mrs. Taxpayer und Average Joe dazu sagen.

Mein Friseur war ein großer Fan von Michael Moore und hat gemeint, dass ich nach dessen Film "Sicko", der die unglaublichen Zustände im US-Gesundheitssystem und der Pharmaindustrie aufzeigt, den deutschen Boden unter meinen Füßen küssen würde, sobald ich wieder zu Hause sei. Ich will mal hoffen, dass ich den Vergleich nie antreten muss.

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