
Gestern Abend war ich mit ein paar Freunden aus der "German Community" zum ersten Mal im Yale Repertory Theater. Das Stück hieß "Happy Now?" und ich muss sagen, in einigen Szenen konnte ich mich richtig gut in die Situation der Protagonisten hineinversetzen, die trotz erfolgreicher Karrieren (oder gerade deshalb) privat nicht so richtig glücklich werden wollen. Wenn Kitty sich beim Fitnessstudio anmeldet, aber keine Zeit findet, auch mal hinzugehen, oder wenn beim Bericht über die vergangene Woche das Highlight die 40minütige Lieblingsserie ist, dann kann man schon Parallelen zum Alltag in Yale ziehen.
Immerhin bleibe ich dem Economics Soccer Team und dem Squash spielen treu! Für Fernsehen bleibt aber leider keine Zeit, was allerdings bei der Qualität amerikanischer Sender in aller Regel kein großer Verlust ist, es sei denn man möchte tiefgründig und ausführlich über neue Konsummöglichkeiten informiert werden.
Im Stück führt der Spagat zwischen Karriere, Kindern, Ehe, Sport, Freunden zu Beziehungskrisen und allen denkbaren persönlichen Tiefschlägen, die allerdings unglaublich komisch und ironisch verarbeitet werden. Genau das macht die bekannte Geschichte so sehenswert. Hier auch wieder eine Parallele zum Studium, wo in manchen Momenten nur gepflegter Zynismus über das Tal hinwegträgt.
Momentan ist aber alles anders und so kann ich die Frage "Happy Now?" gerade in (fast) jeder Hinsicht mit "Ja" beantworten.
Ich hab diese Woche endlich mal wieder richtig ausgeschlafen, der Lernanteil an meiner Tagesplanung ist unter 10% gefallen, ich habe Zeit zu chatten, spazieren zu gehen, die Wahl zu genießen und und und ...
fehlt nur Regina hier, aber es sind ja nur noch wenige Wochen bis Weihnachten :-)
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