Heute war wieder einer der beliebten Cowles-Lunch Vorträge, beliebt normalerweise besonders deshalb, weil das Essen dazu umsonst und einfach super ist. Was die Qualität der Vorträge angeht, so gab es in letzter Zeit nichts Besonderes zu berichten.
Anders heute, als Prof. John Roemer zum Thema "The Ethics of Intergenerational Distribution in a Warming Planet" einen Vortrag hielt, in dem er in jedem zweiten Satz die Arbeit eines anderen Professors zitierte und stark kritisierte: Prof. William Nordhaus. Was für ein guter Zufall, dass eben jener Herr Nordhaus dem Vortrag ebenfalls in der hinteren Reihe beiwohnte.
Als einige der Zuhörer darauf aufmerksam wurden, konnte man beobachten, wie immer wieder Blicke nach hinten wanderten, um zu sehen, wie Nordhaus auf die Kritik an seinem Modell und seiner ethischen Ausgangssituation "utilitarianism" reagieren würde. Dieser verhielt sich aber sehr unauffällig, man konnte jedoch meinen, dass sein Gesicht mit der Zeit etwas mehr Farbe bekam.
Als schließlich in der Diskussionsrunde am Ende einige Fragen beantwortet worden waren, kam der erhoffte Showdown: Nordhaus meldete sich, stand auf (!) und begann seine Verteidigungsrede, in der er direkt zum Angriff auf Roemer überging. Ein Highlight dabei war die Aussage, dass der Titel des Vortrags irreführend sei und nur dazu diene, Leute in den Saal zu locken. Aber auch andere Kritikpunkte saßen und so gab es in dieser Auseinandersetzung keinen klaren Sieger.
Für alle Interessierten: Aus meiner Sicht war Nordhaus im Vorteil, weil mir seine Vorgehensweise, die optimale Menge an CO2-Emissionen als Ergebnis einer Optimierungsaufgabe endogen zu bestimmen, eher zusagt als Roemers Übernahme der IPCC-Vorgaben als "optimization constraint". Allerdings denke ich, dass Roemers ethisches Grundkonzept der "sustainability" sehr reizvoll ist und man den Nutzen für die heutige Generation im Vergleich zu Folgegenerationen relativ nicht zu hoch bewerten darf. Allerdings waren seine Modellergebnisse fast ein bisschen zu sehr eitel Sonnenschein und wie Nordhaus kritisch anmerkte, könnten dahinter eventuell Modellannahmen stecken, die in der Realität nicht erfüllt sind. Zur weiteren Lektüre hier Paper von Roemer und Nordhaus zu diesem Thema.
Alles in allem also eine spannende Diskussion mit hoher Relevanz in der Realität um die richtige Antwort auf den Klimawandel auch im Sinne kommender Generationen zu finden.
Economics Teaching Conference
vor 2 Wochen
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