Diese Woche hab ich wieder was Eigenartiges beobachtet:
Morgens auf dem Weg zur Vorlesung ist mir eine Frau in einem verrosteten grauen Ford aus den 80er Jahren aufgefallen, die in ihrem geparkten Auto bei laufendem Motor saß und die Passanten beobachtete. Ich dachte mir nicht viel dabei, weil wartende Amerikaner den Motor nie abstellen, das ist ein übliches Bild hier in New Haven, ganz besonders bei den Streifenwagen der Polizei, die an jeder Ecke stehen. Ins Grübeln kam ich erst 6 Stunden später, als ich nach getaner Arbeit wieder auf dem Nachhauseweg war - und die Frau noch immer in ihrem Auto an exakt der selben Stelle stand, mit laufendem Motor, versteht sich. Vielleicht war es nur Zufall und sie hat wieder auf jemanden gewartet, aber vielleicht ist das auch eine rein ökonomische Überlegung: Sprit ist so billig, dass es für arme Menschen mehr Sinn macht, eine Rostlaube gegen ihre Wohnung einzutauschen und sich durch den laufenden Motor warmzuhalten als die ganze Wohnung heizen zu müssen. Mein Haus = mein Auto!
Zugegeben, eine kühne These, aber bis zum Beweis des Gegenteils habe ich hier ein Beispiel für den homo oeconomicus zu bieten ;-)
Economics Teaching Conference
vor 2 Wochen
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